Stadt Freising bleibt im Regionalmarketing

Autor: Eschenbacher, Datum: 01. Mai 2009
Veröffentlicht in CSU Fraktion, Eschenbacher, ,

Mit einem denkbar knappen Ergebnis ging die gestrige Stadtratsitzung zugunsten eines Verbleibs im Regionalmarketing mit den Landkreisen Freising und Erding, sowie der Stadt Erding und der Flughafen München GmbH, aus. Mit 21 zu 19 Stimmen hätte das Ergebnis kaum knapper ausfallen können, wobei dem eine emotionale Debatte voraus ging.

In den letzten Tagen und Wochen vor dieser Sitzung sind ja schon einige Leserbriefe und ein offener Brief, sowie diverse mündliche Anschuldigungen etc. veröffentlicht worden.
Die CSU Fraktion im Freisinger Stadtrat hat sich über die Art und Weise, wie mit einzelnen Kollegen umgegangen wurde, verwahrt. Da wurde uns doch tatsächlich vorgeworfen, wir würden Druck auf die Kollegen Fiedler und Pflüger ausüben. Und das ganze in so vielen Briefen, Stellungnahmen und Redebeiträgen, dass ich mich frage, wo hier der Druck gemacht wurde?


In Wahrheit ist die Stellungnahme von den beiden Kollegen die einzige, die aufgrund von nachvollziehbaren Argumenten getroffen wurde. So hat sich im Thema “Stadtmarketing” so viel getan, wie noch nie und das ist eindeutig auf das Engagement der beiden Fraktionskollegen zurückzuführen!

Wir haben versucht noch einen Rest von Rationalität in diesen Prozess zu bringen, wenngleich das nicht leicht war, war doch der Sitzungssaal voll von Zuhörern, die keinen Hehl daraus machten, dass sie für einen Ausstieg aus dem Regionalmarketing um jeden Preis sind. Umso leichter fiel es den Kollegen von Grünen und ÖDP, mit emotionalen Redebeiträgen den Applaus der Zuhörer zu ernten.
Wir unterstellen, dass beide Seiten nur das Beste für unsere Region wollen, aber hier scheinen sich die Auffassungen über den Weg dorthin erheblich zu unterscheiden.

Im übrigen stellt sich die Frage, wie wohl konsequenter Weise die Freisinger Sport- und Kulturvereine verfahren? So hat in den vergangenen Jahren die FMG 80.000 Euro Sponsorengelder an rund vierzig Sport-, Kultur- und Sozialvereine gezahlt.

Und was passiert mit den Unternehmen im Landkreis, die 2007 knapp 70 Mio Euro Umsatz durch die FMG, oder deren Töchter gemacht haben?

Wir sagen, diese Gelder sind eine Verantwortung des Flughafens gegenüber unserer Region, die er auch schon mit zwei Bahnen hat. Ebenso wie die Bereitstellung von Infrastruktur im Rahmen des Regionalmarketings. Davon bleibt ein Verfahren der Stadt Freising gegen den Flughafenausbau unberührt.

Wären wir aus der Arbeitsgemeinschaft ausgestiegen, dann hätten wir wieder den gleichen Fehler gemacht, den ich zu hören bekomme, seit ich in der Politik bin:
“Die Erdinger sind mit mehr Hirn gegen den Flughafen, als die Freisinger”

Die CSU-Fraktion im Freisinger Stadtrat hat sich mit dem bestehenden Flughafen arrangiert und wird weiterhin das Verfahren gegen den Ausbau begleiten.
Die CSU wird weiterhin rationale Politik machen, wir werden für unsere Stadt nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden!

Und wir sind der Auffassung, dass ein Regionalmarketing (auch mit Synergien durch die FMG) eine sinnvolle Ergänzung zu einem eigenständigen Stadtmarketing ist!

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4 Antworten zu “Stadt Freising bleibt im Regionalmarketing”

  1. Fiedler sagt:

    Die Ablehnung der Airfolgsregion durch mich und Herrn Pflüger im vergangenen Dezember war zum einen
    - mit der schlechten Umsetzung dieses Regionalmarketings aus Sicht der Stadt Freising begründet
    - und zum anderen mit dem Fehlen eines eigenen Freisinger Stadtmarketings als wichtiges Bindeglied – als wichtige Basis für eine erfolgreiche, überregionale Marketingstrategie.

    Unser Nein in der damaligen Abstimmung hat jedoch ein Umdenken bzw. ein Weiterdenken in der Verwaltung und im Stadtrat entfacht, das wir aktiv gefördert haben, indem wir unsere Ideen und die Erfahrungen aus Gesprächen mit vielen anderen Städten der Verwaltung dargelegt und einen möglichen Zeitplan und Aufbau skizziert haben.

    Dass wir heute von einem umfangreichen Marketingplan nicht nur träumen können sondern sehr konkret davon sprechen, ist ein großes Ergebnis und vor einem halben Jahr noch fast undenkbar gewesen.

    Insofern haben Herr Pflüger und ich durch unsere Haltung das Beste für Freising herausgeholt und wir glauben fest daran, mit diesem Konzept Freising erfolgreicher machen zu können.

    Unser heutiges JA zum Regionalmarketing ist somit kein Meinungswandel, sondern eine klare Folge aus der Entwicklungen der vergangenen Wochen und Monate, die wir selber mitangestossen haben.

    Unser Ja zum Regionalmarketing ist auch in keinster Weise ein NEIN zur Heimat, wie es versucht wird, uns zu unterstellen, sondern ganz im Gegenteil, ein Bekenntnis zu Freising, zu den Vorzügen unserer Stadt, die in Zukunft hoffentlich noch besser und wirksamer vermarktet werden.

  2. Michael Buchberger sagt:

    Mit dem JA zur Airfolgsregion haben Pflügler und Fiedler sich mit zu den Totengräbern von Freising (Freisinger CSU) gesellt.

    Jetzt wird Fluglärm und Umweltzerstörung gemeinsam mit dem dafür Verantwortlichen als AIR-Folg positiv dargestellt.

  3. Eschenbacher sagt:

    Ich finde es wirklich schade, dass hier niemand mehr vernünftig nachdenken und sich sein eigenes Bild machen darf.
    Jeder, der nicht sofort das macht, was am lautesten geschrien wird, ist sofort ein Feind, Heimatverräter, Totengräber, oder sonst was.

    Wir werden uns auch weiterhin eine eigene Meinung bilden und uns nicht dem sturen “Nein” gegen alles was zwei Flügel hat anschließen.
    Glauben Sie denn ernsthaft, dass der Flughafen plötzlich nicht mehr da ist, wenn man nur nicht hinschaut?
    Halten Sie es außerdem für sachdienlich, die Freisinger Kommunalpolitiker künstlich in zwei Lager zu spalten indem hier aus einer Mücke ein (Wahlkampf)elefant gemacht wird?
    Ich denke, je mehr wir hier diffamiert werden, desto ausichtsloser wird der Zusammenhalt der Freisinger.

    Natürlich hat auch die CSU in der Vergangenheit Fehler gemacht. Aber sind wir tatsächlich die einzigen, die erkennen, dass man sich mit der Sache vernünftig auseinander setzen muss?

    Ist es glaubwürdiger, in einem Vereinsvorstand zu sitzen, der Gelder vom Flughafen kassiert und gleichzeitig uns Unglaubwürdigkeit vorzuwerfen?

    Ich habe mich damit abgefunden nur noch ein “Startbahngegener zweiter Klasse” zu sein, aber ich mache das nicht, um jemanden zu beeindrucken, sondern weil es meine Überzeugung ist. Und wenn dann mein nächster “Wahltag” zum “Zahltag” wird, dann ist das halt so.
    Jedenfalls werde ich nicht meine Überzeugung verraten, nur weil ich dafür angeplärrt werde. Und meine Überzeugung ist es, dass der Ausstieg aus dem Regionalmarketing ein Fehler ist, denn Werbung wird mit Freising so, oder so gemacht (wir haben ja kein Copyright auf die Region). Der Unterschied ist aber, wenn wir dabei sind, dann können wir wenigstens mitbestimmen.
    Außerdem heißt es dann nicht wieder die nächsten 20 Jahre, dass die Freisinger einfach “blöder” als die Erdinger sind.

  4. Friedhelm Wollust sagt:

    Freising hat ja schon eine Menge Namen. Aber nun sollte man einen zufügen. Stadt der Pharisäer. Dazu eine kleine Auflistung darüber,
    wer bisher alles Geld von der FMG, dem Flughafen, in Empfang genommen hat.
    80 Sportvereine in den beiden Landkreisen, z.B. der BC Attaching e.V. Ist das nicht der Verein von Stadtrat Hölzl, dem erbittersten Gegner des Flughafens?
    36 Schulen. In Freising: Cameloher, Domgymnasium, Fachhochschule Weihenstephan, Josef Hofmiller Gymnasium, Katholisches Bildungswerk, Staatliche Wirtschaftsschule, vhs Freising.
    25 Kultureinrichtungen, in Freising Dombergmuseum, Kardinal-Döpfner-Haus, Kirchenverwaltung St. Georg, Kulturamt der Stadt Freising !!, Lions Hilfswerk Freising e.V., Stadtkapelle Freising.
    Soziale Einrichtungen: In Freising Freisinger Präventionslauf, Freiwillige Feuerwehr, Kinderspaßtag in Freising, Klinik Clowns e.V., Aktion Menschen in Not des Freisinger Tagblattes, Müttercafè Freising,

    Und jetzt muss man mal darauf aufmerksam machen, dass am und mit dem Flughafen 10.000 Menschen ihr Brot und das für ihre Familien verdienen. Um gleich mal der Mär zuvorzukommen, am Flughafen würden nur Hungerlöhne gezahlt, die gibt es in Freising. Der Flughafen wurde bereits zweimal von der EKD als bester Arbeitgeber ausgezeichnet.

    Na ja, die Ideologen sind sowieso keinen sachlichen Argumenten zugänglich. Einige Stadträte werden die Auswirkungen den Finanz- und Wirtschaftskrise nicht spüren, die Stadt und auch viele Freisinger aber bald schon.

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